11.10.2006 - Feind hört mit.... Internettelefonie bald staatlich überwacht?
Ein paar Zeilen Sourcecode können Beamte ersetzen. Soweit nix neues, aber wie Heise berichtet testet das Schweizer Department für Umwelt, Verkehr und Telekommunikation gerade Spionagesoftware, die Voice-over-IP Gespräche abhören soll. Dieses kleine Programm (nix anderes als ein Trojaner) soll dann vom Provider auf den heimischen Rechner geschleust werden um häppchenweise die ausspionierten Daten an die Ermittler zu schicken. Ein paar nette Gimmiks haben sich die Programmierer der Spionage-Abteilung auch einfallen lassen: so soll sich eine angeschlossene Webcam oder ein Mikrofon bei Bedarf fernsteuern lassen. Gut, dass diese Geräte meist mit einer kleinen Status-LED ausgestattet sind.... In der Schweiz erlauben kantonale und eidgenössische Strafprozessordnungen den Einsatz solcher Überwachungsmethoden.
Firewalls sollen für den Trojaner kein Problem sein.... (Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/79172)
Nun stellt sich die Frage, wie der Provider den Trojaner auf die Platte des Betroffenen bringt. Möglichkeiten gäbe es mehrere wie zum Beispiel über die Internet-Zugangssoftware, direkt über die Telefonie-Programme, über Modemupdates, vielleicht sogar direkt über Betriebssystem-Updates. Provider, die auch Virenschutz und Firewalls zur verfügung stellen dürften es hierbei noch einfacher haben.
Apropos Virenscanner: Die ERA-IT Solutions (http://www.era-it.ch/) will das programm ausschließlich an die ermittelnden Behörden liefern, womit es Antivirenherstellern unmöglich gemacht wird, das Tool in die Datenbanken aufzunehmen. Wenigstens soll sich das Programm nach der Abhöraktion selbst löschen.
BigBrother is watching you.....
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